Unternehmensgeschichte

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(Auszug aus der Firmenchronik zum 225-jährigen Jubiläum am 15.07.2012, geschrieben von Monika Dillmann-Schlösser)

Von der Firmengründung 1787 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts

1737 zieht ein Mann namens Cornelius Koch von Niederlahnstein nach Linz um und erhält hier Heimat- und Zunftrecht. Was ihn wohl zu diesem Schritt veranlasst haben wird? Womöglich hat er hier eine Liebste kennen gelernt? Vermutlich sieht er in Linz größere Chancen für das Ausüben seines Handwerkes? Er ist Nagelschmied und gehört in seinem neuen Heimatort zur Zunft der Schlösser, Waffen- und Nagelschmiede.
Sein Sohn Cornelius Koch junior, der der Stammvater der Firma M. Schulte Söhne werden wird, führt die Schmiede des Vaters weiter. Er beschäftigt, so wird berichtet, mehr Knechte, als die Zunftordnung von 1719 erlaubt; dies war allerdings damals üblich und notwendig, um sein Auskommen zu haben. Als er deswegen im Jahr 1787 von einem anderen Zunftmitglied angezeigt wird, wendet er sich an den Landesherren, den aufgeklärten Kölner Erzbischof Maximilian Franz, um Recht zu bekommen (Rings, Häuser und Menschen in Linz, S.148). Wie der entscheidet, ist nicht überliefert. Cornelius Koch jedoch entschließt sich im selben Jahr, seine ökonomische Existenz auf eine zweite Säule zu stellen: Er beantragt das Führen eines Handelsbetriebes, um die von ihm geschmiedeten Eisennägel verkaufen zu dürfen. Die dazu nötige Genehmigung erhält er von seinem Landesherren. Am 15.7.1787 eröffnet er seinen Eisenwarenhandel im Haus „Auf der Bach“ (heute Mittelstraße 17), einem Erbe seiner Schwiegermutter, der Witwe Johann Hartmann. Vermutlich hofft er darauf, dass sein neu gegründetes Geschäft einmal seine Kinder und Enkel wird ernähren können. Aber bestimmt kommt ihm damals nicht in den Sinn, dass seine Firma noch 225 Jahre später von einem Nachfahren in der 7. Generation weitergeführt werden wird. Und sicher kann er nicht ahnen, wie die Welt in der Zukunft des Jahres 2012 aussehen wird.
Und wir, die nunmehr siebte und achte Generation dieser Familie, wir tun uns auch nicht leicht damit, uns die Welt von damals vorzustellen, die Welt des ausgehenden 18. Jahrhunderts: Kaiser Joseph II. regiert Deutschland, das damals noch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation genannt wird und aus einer Vielzahl von kleinen und größeren Staaten besteht. Linz ist vollständig von der Stadtmauer umgeben und die südlichste Stadt des Kurstaates Köln, zu dem es bis 1803 gehören wird. Seine Bewohner leben von Weinbau, Handel und Handwerk. Auf dem Rhein sind noch keine Dampfschiffe zu sehen; sie werden ab dem Jahre 1816 unterwegs sein und mehr und mehr die Arbeit von Menschen und Pferden übernehmen, die bis dahin die Schiffe vom Ufer aus auf Treidelpfaden schleppen. Noch existiert die Leibeigenschaft der Bauern von ihren Guts- oder Landesherren; sie wird erst 1807 abgeschafft werden. Auch die Französische Revolution liegt an diesem 15.7.1787 noch in naher Zukunft. Fast auf den Tag genau zwei Jahre später, am 14. Juli 1789, wird die Bevölkerung von Paris die Bastille stürmen.
alt Die Zeiten damals im ausgehenden 18. Jahrhundert waren für die Menschen in Linz nicht leicht, denn die Stadt hat sich noch nicht von den Folgen des Siebenjährigen Krieges (1756 – 1763) erholt, als sie ab 1795 einen weiteren wirtschaftlichen Einbruch durch die Besetzung des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen erlebt. Die Befreiungskriege (1813 – 1815) vergrößern die wirtschaftlichen Probleme, unter der Linz und seine Bewohner leiden. Diesen Schwierigkeiten zum Trotz kann sich die junge Eisenwarenhandlung von Cornelius Koch behaupten und wird im neuen Jahrhundert von seinem Sohn Johann Joseph Koch weitergeführt. Ob er, wie sein Vater, auch noch das Handwerk des Schmieds ausübt, ist uns nicht bekannt. Sicher wird er den Schwerpunkt seiner Tätigkeit jetzt auf den Handel gelegt haben, verliert das Nagelschmiedehandwerk doch in diesen Jahrzehnten aufgrund der Fertigung von Nägeln aus Draht immer mehr an Bedeutung.

Nicht nur die Entwicklung der maschinellen und industriellen Produktion verändert die Welt des Johann Joseph Koch, auch in politischer Hinsicht ist diese erste Hälfte des 19. Jahrhunderts eine bewegte. Linz, das seit 1803 zum Herzogtum Nassau gehört, wird ab 1815 Teil des preußischen Staates. 1832 findet, einige Tagesmärsche von Linz entfernt, auf dem Hambacher Schloss in der Pfalz mit geschätzten 30 000 Teilnehmern die erste politische Massenveranstaltung in Deutschland statt; die Menschen fordern einen deutschen Nationalstaat und Demokratie. Was Johann Joseph Koch davon gehalten haben mag? Vielleicht war er mit dabei? Den ersten demokratischen deutschen Staat werden jedenfalls erst seine Enkel erleben. Bis sich die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse in Linz verbessern, gehen auch noch einige Jahrzehnte ins Land. Zu schwer tragen die Menschen an den Folgen der Kriege. Außerdem lassen veränderte Zollbestimmungen bisherige Einnahmequellen der Stadt versiegen. Erst nach der Jahrhundertmitte zieht wieder Wohlstand ein.

Von der Mitte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts

M. Schulte Söhne um 1945

Dieses Foto zeigt uns Linz um 1865 ohne seine Stadtmauer entlang der Rheinfront. Vom beginnenden wirtschaftlichen Aufschwung kurz vor der Jahrhundertmitte geben die ansehnlichen Häuser Zeugnis, vor allem das mächtige Haus Bucheneck, erbaut 1842, und das Haus Rhodius neben dem Pulverturm aus dem Jahre 1832. Im Jahr 1865 heiraten Josephine Koch, eine der beiden Töchter von Johann Joseph Koch aus zweiter Ehe, und Joseph Michael Schulte. Der Bräutigam stammt aus Köln. Von einem seiner Vorfahren, einem Herrn namens Gerhard Rensing, gibt das älteste Dokument aus dem Firmenarchiv Auskunft; von einer Stiftung aus dem Jahre 1715 wird darin berichtet, die Gerhard Rensing gegründet hat (siehe Anhang). Michael Schulte ist Teilhaber einer Drahtstiftfabrik. Neben Erfahrungen aus der Eisenwarenbranche wird er vermutlich finanzielle Mittel in das Geschäft des Schwiegervaters einbringen. Seit 1868 nennt sich die Firma nach ihm M. Schulte Söhne. Auch diesem Paar ist zunächst keine lange Friedenszeit vergönnt, denn fünf Jahre nach ihrer Hochzeit findet der Deutsch-Französische Krieg statt, der mit Frankreichs Kapitulation 1871 endet. Im selben Jahr wird das Deutsche Reich gegründet, an dessen Spitze der preußische König Wilhelm I. als Kaiser tritt. In den folgenden Jahrzehnten entwickelt sich das Deutsche Reich zu einer führenden Industrienation. 1835 war bereits die erste Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth gefahren. Aus 550 km Schienennetz im Jahre 1840 sind 1880 bereits 34000 km geworden. Auch in Linz wird ab 1870/71 eine Bahntrasse gebaut, zunächst als niedriger Damm, später dann als Hochtrasse. 1886 wird sie eingeweiht. Im Straßenbau geschehen ebenfalls wichtige Veränderungen. Eine Stadtumgehung wird gebaut, das erste Teilstück „Am Sändchen“ 1856, das zweite zwischen Grabentor und Neutor 1872/73. So besteht nun eine Verbindung zwischen der Rheinachse und der Straße zwischen Linz und Rottbitze in den Westerwald. Die schweren Fuhrwerke, die hauptsächlich Steine der Basalt AG transportieren, müssen nun nicht mehr die Innenstadt passieren, um zu den Verladeplätzen zwischen Wallen und Linz zu kommen. Dort legen die großen Frachtschiffe an, die das Steinmaterial an die holländische und deutsche Küste transportieren. In diesen letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts siedeln sich die ersten Betriebe außerhalb der Stadtmauern an. So auch die Firma von Joseph Michael Schulte. Sie verlegt ihren Sitz aus der Mittelstraße in die Asbacher Straße 380 d, wo man 1879 ein Eisenlager gebaut hat. Diese räumliche Veränderung ermöglicht eine deutlich größere Lagerhaltung sowie eine Vergrößerung des Kundenkreises bis in den vorderen Westerwald und das Ahrtal hinein.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Eine Vergrößerung des Briefkopfes zeigt anschaulich, wie man sich Lage und Dimensionen der Firma zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorstellen muss. Hinter dem großen Gebäude, seit 1889 der Hauptsitz der Firma, ziehen sich Wiesen und Felder zum Kaiserberg hinauf. In diesem Gebäude befinden sich das Stabeisenlager sowie die Verkaufsräume für Eisen- und Emaillewaren. Auf der anderen Seite der Asbacher Straße sehen wir ein kleineres Gebäude, das Herd- und Ofenlager. Es wird bereits im Jahre 1903 errichtet. „Eigener Herd ist Goldes wert“, so sagt das Sprichwort und drückt die in diesen Jahren entstehende große Nachfrage nach Herden und Öfen aus, die man mit diesem neuen Lager- und Verkaufsraum bedienen kann. Neben diesem Gebäude liegt das das neue Trägerlager mit seiner deutlich größeren Lagerfläche zu ebener Erde. Unterwegs sind auf der Asbacher Straße nur einzelne Fußgänger und Pferdefuhrwerke. Seit Beginn der 20-er Jahre dann besitzt die Firma Automobile, auf die die Eisen- und Stahllieferungen, die mit der Bahn in Linz ankommen, mit Muskelkraft verladen werden. Auf dem Gelände der heutigen Sanitärabteilung wird 1934 eine LKW-Garage gebaut. Seit 1958 stehen große Laster zur Verfügung, die den Stahl über weite Strecken transportieren können, so dass auf den Transport mit der Bahn verzichtet werden kann. Der Kundenkreis in dieser ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist schon ähnlich groß wie zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Er umfasst rechts des Rheins den Westerwald bis Altenkirchen und das Gebiet zwischen Rheinbrohl und Beuel, links des Rheins die Eifel bis Adenau, das Gebiet um Burgbrohl, Brohl, Bad Breisig, Sinzig, Remagen und Oberwinter und das Ahrtal bis Grafschaft.

Josephine und Michael Schulte, die die Firma aus den Stadtmauern heraus hier an ihrem neuen Standort vor dem Neutor angesiedelt haben, haben zwei Söhne. Joseph wird 1867 geboren, Wilhelm 1872. Ihnen ist ein langes Leben geschenkt, der eine wird 90 Jahre alt, der andere 89 Jahre. So dürfen die Brüder ihre Firma gemeinsam über viele Jahrzehnte führen, bis hinein in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seit 1915 tun sie das gemeinsam mit Willy Schulte, dem Sohn von Maria und Joseph; 1921 tritt auch Ferdinand Schulte, der Sohn von Franziska und Wilhelm, in die Firma ein. Sie erleben den Ersten Weltkrieg, die Entstehung der Weimarer Republik, der ersten deutschen Demokratie, die Weltwirtschaftskrise 1929 und das Ende der Weimarer Republik durch Hitlers Machtergreifung. 1937 dürfen sie mit ihren Mitarbeitern, deren Zahl vermutlich nicht größer als 10 war, das 150-jährige Jubiläum der Firma feiern, zwei Jahre, bevor mit dem Überfall auf Polen Deutschland den Zweiten Weltkrieg beginnt. Im Zweiten Weltkrieg haben sie wieder das große Glück, dass weder sie selbst noch ihre Frauen und Kinder persönlich Schaden nehmen. Auch die Firma bleibt von Zerstörungen durch Kriegseinwirkungen verschont.

Die Jahre zwischen 1945 und 1987

alt Erst am Ende des Krieges, nämlich im Februar 1945, fallen auf Linz Bomben, Häuser werden zerstört und Menschen sterben. Als am 7.3.1945 amerikanische Truppen den Rhein bei Remagen überqueren, ist die Kapitulation Deutschlands ganz nahe gerückt. Im April 1945 richtet die amerikanische Militärführung in den Rheinwiesen zwischen Remagen und Sinzig, der „Goldenen Meile“, gegenüber von Linz ein Kriegsgefangenenlager ein. Mehr als 300 000 Menschen - die meisten davon sind deutsche Soldaten, aber auch ungarische, polnische und österreichische sind darunter - passieren das Lager. Die Zustände dort sind, wie man sich vorstellen kann, furchtbar, es gibt kaum zu essen und zu trinken, keinen Schutz vor der Kälte, Seuchen breiten sich aus. Als das Lager im Juli 1945 geschlossen wird, sind etwa 1300 Menschen umgekommen.
Der Linzer Bevölkerung dagegen geht es in der Nachkriegszeit verhältnismäßig gut. Wenige haben ihre Wohnungen verloren; die Versorgungslage ist zwar sehr schwierig, verglichen jedoch mit der Situation in Großstädten wie Berlin oder Köln erträglich.
Auch für Willy und Ferdinand Schulte und ihre Familien sind diese Nachkriegsjahre nicht einfach, aber das, was sie und die Generationen vor ihnen geschaffen haben, ist ihnen geblieben und sie dürfen es weiterführen und ausbauen.
In den folgenden Jahrzehnten erleben sie tief greifende und rasante politische und ökonomische Veränderungen. Zwei deutsche Staaten gründen sich 1949, die Bundesrepublik und die DDR. Die Welt teilt sich in zwei Blöcke, der Kalte Krieg beginnt, der mit dem Bau der Mauer einen Höhepunkt erreichen wird. Für den einen der beiden deutschen Staaten, für die Bundesrepublik, beginnen ab den 50-er Jahren, auch dank der Aufbauhilfe des amerikanischen Staates, die „Wirtschaftswunderjahre“. Von 1949 bis 1963 ist Konrad Adenauer Bundeskanzler. In seine Regierungszeit fallen u.a. die „Wiederbewaffnung“, die Entwicklung der „Sozialen Marktwirtschaft“ und die ersten wichtigen Schritte zur Einbindung der Bundesrepublik in ein europäisches Bündnis.
Maria Schulte, unsere Mutter, ist das einzige Kind von Willy und Else Schulte. Nach ihrem Abitur macht sie eine kaufmännische Ausbildung und heiratet im Jahre 1957 den Maschinenbauingenieur Josef Dillmann. Nach der Hochzeit ist unser Vater noch ein Jahr lang als Ingenieur in Duisburg tätig und anschließend eine kurze Zeit bei der Basalt AG in Linz beschäftigt, bevor er 1960 in die Firma Schulte eintritt und seinen Schwiegervater Willy und dessen Cousin Ferdinand unterstützt. 1962 begehen sie das 175-jährige Firmenjubiläum. Nach dem Tod unseres Großvaters Willy im Jahr 1968 führt unser Vater den Betrieb zusammen mit Ferdinand Schulte weiter.

1987 feiern sie mit ihren Familien und etwa 25 Mitarbeitern das 200-jährige Jubiläum und dürfen auf eine erfolgreiche Entwicklung der Firma in den letzten vier Jahrzehnten zurückblicken. Wichtige Baumaßnahmen sind in dieser Zeit durchgeführt worden: In den 1950-er Jahren wurde die Fassade des Hauptgebäudes neu gestaltet, 1968 die Haushalt- und Eisenwarenabteilung modernisiert, 1977 eine Sanitärausstellung mit Lagerräumen errichtet und 1985 eine neue Lagerhalle gebaut für Stab- und Formstähle sowie für Bleche und Rohre. Der Kundenkreis der Firma hat sich vergrößert; er reicht über den Kreis Ahrweiler hinaus, weit in den Westerwald hinein und umfasst lange Strecken rheinauf- und rheinabwärts. In der Palette des Angebots findet man Walzstahlprodukte, Drahtmaterial, sanitäre Einrichtungen und Heizungsbedarf sowie Kleineisenwaren aller Art, Haushaltwaren, Glas und Porzellan. Dazu kommen Öfen und Herde, Werkzeuge und Maschinen und ein großes Kugellagersortiment.

Die Jahre vor und nach der Jahrtausendwende bis zum 225-jährigen Firmenjubiläum alt Klaus Dillmann ist das fünfte Kind und der einzige Sohn von Maria und Josef Dillmann und Maschinenbauingenieur wie sein Vater; 1992 tritt er in die Firma ein. Mein Bruder steht in der familiären Generationenfolge an siebter Stelle und ist der erste, der sein Leben führen darf, ohne persönlich unter einem Krieg leiden zu müssen. Sein Vorfahre Cornelius Koch, der Stammvater der Firma, lebte am Ende des 18. Jahrhunderts in einem Deutschland, das sich aus einer Vielzahl von kleinen und größeren Staaten zusammen setzte; alle hatten sie eigene Währungen und eigene Grenzen und Zollbestimmungen. Dagegen ist das mittlerweile wiedervereinigte Deutschland im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts Teil eines europäischen Bündnisses; 1993 hebt die EU die Grenzen zwischen den Staaten auf und einige Jahre später, 2002, führt man eine gemeinsame Währung, den Euro, ein. Ebenso gewaltig wie die politischen Veränderungen sind die Veränderungen in den Bereichen Produktion, Transport und Kommunikation. Die Nägel, die Cornelius Koch verkaufte, hatte er noch in seiner eigenen Werkstatt geschmiedet. Der Ehemann seiner Enkelin Josefine, Michael Schulte, verkaufte Nägel, die in Drahtstiftfabriken in der näheren Umgebung, z.B. in Köln, industriell gefertigt und mit einem Dampfschiff oder einem Pferdefuhrwerk nach Linz gebracht worden waren. Heute werden Kleineisenwaren irgendwo in der Welt produziert und mit Flugzeugen oder Containerschiffen an den Ort ihres Verkaufs gebracht. Auch Eisen und Stahl werden an den internationalen Börsen der Welt gehandelt.
In seiner ersten Zeit in der Firma arbeitet Klaus Dillmann noch mit seinem Großonkel Ferdinand Schulte zusammen, der ein ähnlich langes Leben hat wie sein Vater Wilhelm und 70 Jahre „ins Geschäft geht“. 18 Jahre lang, bis zu seinem Tod im Jahre 2010, steht unser Vater Klaus an der Seite, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Erika wesentliche Veränderungen in der Firma vornimmt: Zunächst stellt er die Buch- und Lagerhaltung auf elektronische Datenverarbeitung um. Ein betriebsinternes Netz sowie die Nutzung des Internets ergänzen die Kommunikation über Telefon und Telefax. 1995 erweitert er die Firma über die Stadtgrenze hinaus und errichtet in Kalenborn eine neue Halle für Eisen- und Stahlträger. 2002 wird eine zweite gebaut. Dank dieser Erweiterung der Lagermöglichkeiten gelingt es, in diesem Bereich, dem Herzen der Firma, konkurrenzfähig zu bleiben. Im Jahre 2008 wird das ehemalige Herdlager zu einem zweistöckigen Verkaufsgebäude für hochwertige Fahrräder umgebaut. Diese Vergrößerung des Warensortiments ist nicht nur ökonomischen Überlegungen zu verdanken, sondern in erster Linie wohl der Leidenschaft für den Radsport. Mein Bruder hat sie von unserem Vater geerbt und an seine eigenen Kinder weiter gegeben. Und nicht nur an die, sondern an eine ganze Mannschaft junger Mountain - Bikerinnen und Biker, dem Team Merida Schulte, das er vor einigen Jahren gegründet hat und das sich mit beachtlichen Erfolgen bei nationalen und internationalen Rennen präsentiert. Eine letzte große bauliche Veränderung soll zum Schluss erwähnt werden: Auf dem Gelände des ehemaligen Drahtlagers an der Saarlandstraße wird ein neues Gebäude errichtet und im Sommer 2011 eingeweiht. Eine neue Forst- und Gartenabteilung findet darin Platz; sie erweitert das bisherige Sortiment und rundet es ab.
Nun sind wir am Ende unseres Versuches angelangt, die mittlerweile fast 225-jährige Geschichte der Firma zu umreißen. Deutlich geworden ist dabei einerseits, in welcher Rasanz die technische, wirtschaftliche und politische Entwicklung vorangeschritten ist und wie stark sich die Welt des Cornelius Koch von unserer zu Anfang des 21. Jahrhunderts unterschieden hat. Andererseits scheinen jedoch die Voraussetzungen, die vorhanden sein müssen, um Erfolg zu haben, über die Jahrhunderte die gleichen geblieben zu sein:
Zuallererst einmal braucht es ganz viel Glück, um sehr schwierige Zeiten ohne größeren Schaden und schwere Verluste zu überstehen, und dieses Glück war allen Generationen bislang geschenkt. An zweiter Stelle sind die Mitarbeiter zu nennen; sie müssen tüchtig, zuverlässig und ihrer Firma verbunden sein. Die Menschen, die viele Jahre - manchmal Jahrzehnte oder gar ein halbes Jahrhundert lang oder länger noch – der Firma Schulte die Treue gehalten haben oder immer noch halten, machen die Seele des Geschäftes aus. Ihnen allen ganz herzlichen Dank!
Schließlich sind, will ein Familienbetrieb eine Jahrhunderte umspannende Geschichte schreiben, unternehmerische Klugheit und Weitsicht, Mut, Verantwortungsbewusstsein und Durchhaltekraft unerlässlich. Möge dies alles meinem Bruder, seiner Frau und ihren beiden Kindern weiterhin geschenkt sein! Möge die Firma auch in der Zukunft unter einem guten Stern stehen und erfolgreich sein! Herzlichen Glückwunsch zum 225-jährigen Jubiläum!

Unsere Adresse

  • M. Schulte Söhne
    Asbacher Straße 42–46
    53545 Linz am Rhein
    Tel. +49 2644 96020
    Fax +49 2644 9532-94

Stahllager

  • M. Schulte Söhne
    Am Bahndamm 4
    53560 Vettelschoß-Kalenborn

Forst & Garten

  • M. Schulte Söhne
    Saarlandstr.13
    53545 Linz/Rhein

Unsere Öffnungszeiten

Wir sind von Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 17.30 Uhr und Samstag von 8.00 Uhr bis 12.30 Uhr für Sie da.

Unser Stahllager in Kalenborn ist geöffnet: Mo-Do: 7.00 Uhr bis 16.00 Uhr, Fr: 7:00 Uhr - 14.45 Uhr, Samstag: 8:00 Uhr - 12:00 Uhr

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass wir alles was Sie wünschen auf Lager haben, rufen Sie uns einfach an!

Telefon +49 2644 96020